Der letzte Tag begann noch einmal ganz ruhig mit einem Frühstück bei Starbucks. Eine besonders sympathische Mitarbeiterin hatte mir ein kleines „Thank you“ mit Herz an den Becher gehängt. Und obwohl ich etwas um die Ecke saß, entdeckte sie mich beim Hinausgehen noch und winkte mir zum Abschied zu. Eine kleine, unerwartet herzliche Begegnung am Morgen.

Der letzte Tag unserer Japan-Exkursion begann etwas anders als die Tage zuvor. Der Rückflug war erst spät am Abend angesetzt, und so machte ich mich zunächst allein auf den Weg zum Flughafen Haneda, um mein Gepäck dort unterzubringen. Danach ging es noch einmal zurück in die Stadt. Die verbleibenden Stunden wollte ich schließlich nicht am Flughafen verbringen – und Tokio bot noch genügend Möglichkeiten für einen letzten Streifzug.

Mein Weg führte mich zunächst nach Ginza. Noch einmal durch die Straßen dieses Viertels zu laufen, zwischen großen Kaufhäusern, aufwendig gestalteten Fassaden und kleinen Entdeckungen dazwischen, fühlte sich bereits ein wenig wie ein Abschied an.

Bei Ginza Itoya, dem traditionsreichen Geschäft für Papier- und Schreibwaren, besorgte ich noch einige Geschenke und Mitbringsel. Ein ziemlich passender Ort für die letzten Einkäufe: Papier, Stifte, Karten und all die kleinen Dinge, bei denen Gestaltung und japanische Alltagskultur ganz selbstverständlich zusammenkommen.

Dort ließ ich mir auch noch einen persönlichen Stempel anfertigen. Mein Name sorgte zunächst für etwas Überraschung und stellte die Mitarbeiter vor eine kleine Herausforderung. Umso mehr freute mich, wie sehr sie sich bemühten, den Stempel trotz der knappen Zeit noch für mich zu realisieren. Eine weitere dieser kleinen, freundlichen Begegnungen, die mir von diesem letzten Tag besonders in Erinnerung geblieben sind.

Danach blieb tatsächlich noch Zeit für einen letzten Museumsbesuch. Auch das passte zu dieser Reise: Selbst am Abreisetag ließ sich noch etwas entdecken, ansehen und mitnehmen – zumindest als Erinnerung.




Eine meiner letzten Stationen war schließlich das 2D Café. Darüber habe ich bereits einen eigenen Beitrag geschrieben – https://exkursion.d-sign.zone/japan/2023/05/15/2d-cafe-in-shinokubo-wie-ein-comic/. Mit seiner schwarz-weißen, wie gezeichnet wirkenden Raumgestaltung war es noch einmal ein ziemlich ungewöhnlicher Abschluss meiner Streifzüge durch Tokio.

Dann wurde es endgültig Zeit, zum Flughafen zurückzufahren. Dort traf ich die Gruppe wieder, und aus dem individuellen letzten Tag wurde wieder unsere gemeinsame Rückreise. Etwas überrascht waren wir allerdings davon, wie ruhig Haneda zu dieser späten Stunde bereits war. Obwohl unser Flug erst sehr spät startete, war kaum noch etwas geöffnet. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, die Wartezeit noch ein wenig nutzen zu können – stattdessen wurde es ein eher stiller Abschied von Japan.

Nach dem Abflug folgte, wie schon auf der Hinreise, ein Zwischenstopp in Helsinki. Doch auch dort: fast alles geschlossen. Nach den intensiven Tagen in Osaka, Kyoto, Nagoya und Tokio bildeten die stillen, nächtlichen Flughäfen einen eigenartigen Kontrast.
Und irgendwann saßen wir tatsächlich im letzten Flugzeug Richtung Deutschland. Hinter uns lagen zwei Wochen voller Architektur, Ausstellungen und Museen, langer Wege durch die Städte, Bahnfahrten, unerwarteter Begegnungen, kleiner Pannen und vieler Entdeckungen.
Vielleicht passte es deshalb ganz gut, dass auch der letzte Tag nicht einfach nur aus „zum Flughafen fahren und abreisen“ bestand. Bis zuletzt blieb noch Zeit für ein paar neue Eindrücke – und für einen letzten, diesmal ganz eigenen Weg durch Tokio.

