SunnyHills

Der Gedanke

SunnyHills kannte ich bereits von einem Besuch im Jahr 2016. Diesmal stand das ungewöhnliche Gebäude von Kengo Kuma deshalb ganz bewusst auf unserem Weg durch Tokio.

Schon von außen scheint das Haus von einem riesigen hölzernen Geflecht umgeben zu sein. Schmale Hölzer überlagern sich zu einer dreidimensionalen Struktur, die Fassade, Filter und räumliche Hülle zugleich ist. Kengo Kuma greift dafür die traditionelle japanische Holzverbindung Jigoku-gumi auf und übersetzt sie in eine Architektur, die fast wie ein großer, fein geflochtener Korb wirkt.

Im Inneren verändert sich die Atmosphäre. Das Licht fällt gefiltert durch die Holzkonstruktion, die Räume wirken warm und erstaunlich ruhig. Dabei ist SunnyHills eigentlich ein Geschäft für taiwanesische Ananaskuchen.

Die sorgfältig verpackten Kuchen sind ein schönes Mitbringsel für zu Hause. Mit dem Einkauf gehört aber noch etwas anderes zum Konzept: Man wird eingeladen, oben Platz zu nehmen und den Ananaskuchen selbst zu probieren. Dazu wird Tee serviert. So konnten wir nach meinem Einkauf gemeinsam als Gruppe an einem der großen Tische Platz nehmen.

Nach dem vielen Unterwegssein durch Tokio wurde daraus eine kleine Pause: sitzen, Tee trinken, Ananaskuchen probieren und für einen Moment zur Ruhe kommen. Hinter dem dichten Holzgeflecht scheint die Stadt ein Stück weiter entfernt.

Ein kurzer Moment des Innehaltens und Entspannens – bevor es wieder hinausgeht ins geschäftige Tokio.