Sonnentag
- 08:00 Meeting Gruppe – Wartezeit – Start um 08:30 Uhr
Fahrzeit: z.B. Jamanote Line und Chuo-Sobu Line nach Nakano
- 09:00 Frühstück in Marugame Seimen Nakano Central Park, Nakano Central Park South, 2F 4 Chome-10-2 Nakano, Nakano City, Tokyo 164-0001, Japan
Route 1 Nakano Central Park → ZA Koenji → House NA → Koenji → SunnyHills → Brasilianische Botschaft → Harajuku Church → Tower House → Watari-um https://maps.app.goo.gl/Gw8APsFK8Vj3Dd7v5
- ZA Koenji [Toyo Ito]
- NA House [Sou Fujimoto]
- Koenji Pal [Vintage Shopping, etc.]
Fahrzeit: Jamanote Line nach Shibuya
- Sunny Hills [Kengo Kuma] 11:00 – 19:00 – Gedanken >>>
- Kengo Kuma Associates
- Embassy of Brazil
- Harajuku Church
- Tower House [Takamitsu Azuma]
- Watari Museum
Route 2 Watari-um → Tokyu Kabukicho Tower → Golden Gai → Mode Gakuen Cocoon Tower → anschließend Rückweg Richtung Ikebukuro / Abendprogramm https://maps.app.goo.gl/S347nYg3a7gurbFE6
Fahrzeit: Shibuya nach Shinjuku
- Kabuki-cho Tower [Richard Rogers]
- Golden Gai Bar District
- Cocoon Tower / Tokyo Mode Gauken [Kenzo Tange]
- Business / Gov’t District – Tokyo Metropolitan Government Building [Kenzo Tange]
- City Hall (Fumihiko Maki)
- Shibuya Public Restrooms: • Sou Fujimoto (Nishisando) • Kazoo Sato / Disruption Team Lab (Nanago Dori park) • Kengo Kuma (Nabeshima Shoto Park) • Fumihiko Maki (Ebisu East Park) • Masamichi Katayama (Ebisu Park) • Shigeru Ban (Yoyogi Fukamashi Park & Haru-no- Ogawa Park) • Nao Tamura (Higashi Sanchome) • Junko Kobayashi (Sasazuka Station Greenway) • UTokyo DLX Design Lab (Hatagaya #3 Park)
- ca. 17:30 gemeinsames Zeichnen
- ca. 19:30 Uhr – gemeinsames Abendessen
Fahrzeit: Tagesticket nach Ikebukuro
- ab 21:25 Uhr – Reflexion
- Undercover Labs
- Sin Den Hairstyling
- Dear Jingumae | Omotesando
- Yoyogi Sports Complex (Kenzo Tange)
- Reiyukai Shikaden Temple
Der Tag begann früher als geplant: Um 4:16 Uhr morgens wurden wir von einem Erdbeben geweckt. Das Epizentrum lag im Süden der Präfektur Chiba, doch auch in Tokio war das Beben deutlich zu spüren. Beim Treffen am Morgen tauschten wir uns natürlich darüber aus – manche hatten das Erdbeben offenbar sogar in ihren Traum eingebaut.
Um 8 Uhr trafen wir uns als Gruppe und starteten mit einem ziemlich ambitionierten Tagesprogramm. Wenig später ging es mit der Bahn in Richtung Nakano und Koenji. Zum Frühstück hatten wir Marugame Seimen am Nakano Central Park eingeplant – japanische Udon gleich am Morgen waren inzwischen durchaus eine denkbare Alternative zum klassischen Frühstück geworden.



Koenji – Architektur und ein anderes Tokio
Von Nakano ging es weiter nach Koenji. Das Viertel zeigte noch einmal eine ganz andere Seite Tokios: kleinteiliger, entspannter und mit zahlreichen kleinen Läden, Secondhand- und Vintage-Shops. Neben dem Stadtviertel selbst standen hier zwei Gebäude auf unserer Architekturliste.
Das ZA Koenji von Toyo Ito war dabei schon von außen kaum zu übersehen. Das Kulturzentrum wirkt mit seiner dunklen, unregelmäßig geformten Hülle beinahe wie eine große, abstrakte Figur im Stadtraum.







Ganz anders das NA House von Sou Fujimoto: ein schmales Wohnhaus, das mit seinen übereinander gestapelten, nahezu vollständig verglasten Ebenen die Vorstellung eines klassischen Hauses ziemlich radikal infrage stellt. Gerade weil das Gebäude vergleichsweise klein ist, war es spannend, es einmal tatsächlich im städtischen Kontext zu sehen und nicht nur von den bekannten Architekturfotografien zu kennen.



Zwischendurch blieb Zeit, ein wenig durch Koenji Pal und die umliegenden Straßen zu laufen – mit Vintage-Shops, kleinen Geschäften und all den zufälligen Entdeckungen, die bei solchen Wegen durch Tokio fast genauso interessant waren wie die geplanten Ziele.
Omotesando und Aoyama – Architektur auf engem Raum
Anschließend wechselten wir wieder die Gegend. Rund um Omotesando und Aoyama lagen gleich mehrere unserer nächsten Ziele erstaunlich dicht beieinander.
Dazu gehörte SunnyHills von Kengo Kuma, dessen außergewöhnliche Holzstruktur das kleine Gebäude wie ein dreidimensionales Geflecht umschließt. Auch das Büro von Kengo Kuma & Associates, die brasilianische Botschaft, die Harajuku Church sowie weitere Gebäude lagen auf unserem Weg.





Ein besonderes Ziel war das berühmte Tower House von Takamitsu Azuma. Das extrem schmale Wohnhaus aus den 1960er-Jahren ist ein frühes Beispiel dafür, wie Architektur in Tokio mit winzigen Grundstücken und der enormen Verdichtung der Stadt umgehen kann. Gerade nach den vielen zeitgenössischen Gebäuden der vergangenen Tage war dieser ältere, fast schon prototypische Bau besonders interessant.



Auch das Watari Museum of Contemporary Art (Watari-um) gehörte zu unserem Rundgang. So entstand über den Nachmittag hinweg weniger eine Abfolge einzelner Sehenswürdigkeiten als vielmehr ein längerer Architekturspaziergang durch einen Teil Tokios, in dem sich auf erstaunlich engem Raum sehr unterschiedliche Jahrzehnte und Positionen japanischer Architektur begegnen.
Weiter nach Shinjuku
Später führte uns der Weg nach Shinjuku. Hier änderte sich der Maßstab der Stadt erneut vollkommen.
Auf dem Programm standen unter anderem der neue Tokyu Kabukicho Tower, das Golden-Gai-Viertel mit seinem dichten Geflecht winziger Bars sowie der Mode Gakuen Cocoon Tower von Tange Associates. Mit seiner markanten, netzartigen Fassade gehört der Hochhauskomplex zu den Gebäuden, die man schon aus größerer Entfernung immer wieder zwischen den anderen Hochhäusern entdeckt.





Ein langer Tag in Tokio
Im Laufe des Tages wurde das Wetter zunehmend unbeständig. Auch die Energie ließ etwas nach – und so blieb diesmal einiges von unserem ambitionierten Programm offen. Manche der geplanten Stationen holten wir einfach am nächsten Tag nach, darunter das Tokyo Metropolitan Government Building von Kenzo Tange.
Gegen 19:30 Uhr trafen wir uns wieder zum gemeinsamen Abendessen. Danach ging es zurück in Richtung Ikebukuro, wo ab etwa 21:25 Uhr noch unsere gemeinsame Reflexion des Tages vorgesehen war.
Wie so oft in Tokio war das Programm größer als der Tag. Aber darum ging es letztlich auch nicht: Vielmehr entstand unterwegs ein immer dichteres Bild der Stadt. An diesem 11. Mai führte unser Weg vom kleinteiligen Koenji über die Architektur rund um Aoyama und Omotesando bis zu den Hochhausschluchten Shinjukus – und zeigte wieder einmal, wie viele völlig unterschiedliche Gesichter Tokio innerhalb nur eines Tages haben kann.