Der Montag begann zunächst ganz praktisch: Für den nächsten Tag stand die Weiterreise nach Kyoto an, also mussten erst einmal die entsprechenden Zugtickets organisiert werden. Danach ging es wieder hinaus in die Stadt – zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln und mit einigen sehr unterschiedlichen Zielen vor Augen.
Eine unserer ersten Stationen war PALETTE, ein Projekt von Kosuke Bando und nanometer architecture. Von außen zunächst ein eher kleines und zurückhaltendes Gebäude, zeigte sich beim Besuch schnell, dass hier nicht allein die Architektur interessant war.
Besichtigen konnten wir nur den unteren Bereich, wurden dort aber ausgesprochen herzlich empfangen. Besonders schön waren die vielen kleinen Dinge, die vor Ort entstanden waren: Gezeichnetes, Genähtes und andere selbst hergestellte Arbeiten konnten gekauft werden. Verschiedenes davon wanderte mit uns weiter und ist bis heute eine kleine, sehr persönliche Erinnerung an diesen Besuch.
In Erinnerung geblieben ist auch eine Begegnung zwischen einer Studentin unserer Gruppe und einer der Frauen vor Ort. Das Gespräch und die sichtbare Freude darüber machten den Aufenthalt zu mehr als einem kurzen Architekturtermin. Für einen Moment rückte das Gebäude selbst in den Hintergrund und das Leben darin in den Vordergrund.
Danach führte der Weg weiter zu Tadao Andos Atelier in Oyodo. Fast unscheinbar sitzt der kleine Sichtbetonbau zwischen der alltäglichen Bebauung des Viertels. Gerade dieser unmittelbare Kontrast ist bemerkenswert: die für Ando so charakteristische Präzision des Betons, eingebettet in ein dichtes, gewachsenes Wohnumfeld.
Mit dem Sumiyoshi Taisha änderte sich die Atmosphäre anschließend vollständig. Besonders eindrücklich war die leuchtend rote, stark gewölbte Sorihashi-Brücke, auch Taikobashi genannt. Nach der zeitgenössischen Architektur zuvor begegneten uns hier traditionelle Bauformen, Wasser, alte Bäume und eine ganz andere räumliche Ordnung.
Zwischendurch blieb Zeit für eine kleine Pause – in Japan natürlich auch eine Gelegenheit, sich durch das Angebot an Süßigkeiten und Eis zu probieren.
Am späteren Nachmittag erreichten wir schließlich den Osaka Castle Park. Schon auf dem Weg durch das viele Grün tauchte das Osaka Castle immer wieder zwischen den Bäumen auf. Nach den kleinen Maßstäben des Tages war die Wirkung der weitläufigen Anlage mit ihren mächtigen Mauern, Wassergräben und der weithin sichtbaren Burg noch einmal eine völlig andere.
So führte dieser Tag durch sehr unterschiedliche Seiten Osakas: von einer kleinen Werkstatt und persönlichen Begegnungen über Andos Betonarchitektur und einen traditionsreichen Schrein bis zur großen historischen Burganlage.
Und nach all den Kilometern und Eindrücken durfte eines natürlich nicht fehlen: ein gemeinsames Abendessen in Osaka.