Der Tag begann mit einem Ausflug nach Inuyama und einem Besuch im Meiji Mura, einem weitläufigen Freilichtmuseum, in dem historische Gebäude aus der Meiji-Zeit und darüber hinaus erhalten, versetzt und teilweise wiederaufgebaut wurden. Für uns war dieser Ort besonders spannend, weil sich Architekturgeschichte hier nicht nur anhand von Plänen oder Bildern nachvollziehen lässt, sondern unmittelbar räumlich erfahren werden kann.
Ein besonderes Highlight war der erhaltene Teil des von Frank Lloyd Wright entworfenen Imperial Hotel in Tokio. Das ursprüngliche Hotel wurde in den 1960er-Jahren abgerissen; Teile des Eingangs- und Lobbybereichs konnten jedoch gerettet und im Meiji Mura wiederaufgebaut werden. So bot sich die seltene Gelegenheit, Wrights Architektur, ihre Materialität, Proportionen und die besondere Gestaltung der Innenräume tatsächlich zu erleben.
Nach dem Besuch trennten sich unsere Wege. Für die Gruppe ging das Programm weiter – unter anderem mit einem Besuch des Färberviertels und eines Museums, das nach den späteren Erzählungen ebenfalls sehr sehenswert gewesen sein muss.
Für mich ging es dagegen zurück nach Nagoya ins 9h nine hours Nagoya Station. Die zu Beginn unserer Reise gehackte Website beschäftigte uns schließlich noch immer. Nach einem etwa einstündigen Telefonat mit unserem Administrator gelang es tatsächlich, die Seite wieder zum Laufen zu bringen. Nach all den vorherigen Versuchen war das zunächst eine große Erleichterung: Für einige Tage war unsere Reisewebsite wieder erreichbar.
Am Abend kamen wir wieder zusammen. Direkt in der Nähe unseres Capsule Hotels ließen wir den Tag bei einem gemeinsamen Okonomiyaki-Essen ausklingen. Verschiedene Varianten – unter anderem mit Mochi und Käse oder Avocado – wurden auf den heißen Platten am Tisch zubereitet und geteilt. Nach dem langen Tag war das nicht nur ausgesprochen lecker, sondern auch ein schöner gemeinsamer Abschluss.
So verband dieser Tag auf etwas ungeplante Weise sehr unterschiedliche Seiten unserer Reise: japanische Architekturgeschichte und traditionelle Handwerkskultur, digitale Probleme im Hintergrund – und schließlich ein geselliger Abend bei gutem Essen mitten in Nagoya.