10.05 Mittwoch – Tokyo – St.Marien – Shibuya

Sonnentag

Route 1 Vormittag – Ōtsuka/Bunkyō
Overlap House → Ochanomizu University → Sky House → St. Mary’s Cathedral https://maps.app.goo.gl/XCf5LTGBVpbnVvN26
  • 07:30 Frühstück
  • 08:00 Meeting Gruppe [08:30 Uhr]
  • ca. 08:30 Overlap House bei Tag – [Akihisa HIRATA]
  • ca. 09:30 Ochanomizu University – University of [Kengo Kuma]
  • ca. 10:30 Sky House – [Kiyonori Kikutake] Hidden Architecture
  • ca. 11:30 St. Marien – [Kenzō Tange]
Route 2 Harajuku → Omotesando – erster Architekturspaziergang
Takeshita Street → Tokyu Plaza → Design Festa Gallery → GYRE → Dior → Tod’s → Omotesando Hills → ONE Omotesando https://maps.app.goo.gl/kYyyKDVd9mEZpHxu8
Fahrzeit: Tagesticket - U-Bahn
  • Takeshita-Straße
  • Tokyo Plaza Omotesando + Dachterasse [H. Nakamura & NAP Architects]

Wara Tako Tintenfisch / Mittagessen

  • GYRE Shopping Mall [MVRDV]
  • Design Festa Gallery
  • Tod’s [Toyo Ito]
  • Dior [Sanaa]
  • Omotesando Hills Mall [Tadao Ando]
  • One Omotesando [Kengo Kuma]
Route 3 Aoyama – zweite Architekturrunde
ONE Omotesando → Spiral → Collezione → Comme des Garçons → Prada → Jewels of Aoyama → Nezu Museum https://maps.app.goo.gl/xDmgdwj9tv4YVdWf6
  • The Spiral [Fumihiko Maki]
  • Le Collezione [Tadao Ando]
  • Jewels of Aoyama [Jun Mitsui]
  • Comme de Garcon [Future Systems]
  • Prada [Herzog & deMeuron]
  • Marc Jacobs Boutique
  • Nezu Museum [Jap. Painting/Print] [Kengo Kuma]
  • Bank Gallery
  • ESPACE LOUIS VUITTON TOKYO
  • Boss Store
  • Issey Miyake Building
Route 4 Später Nachmittag/Abend
Nezu Museum → Miyashita Park https://maps.app.goo.gl/LGapGRDALKUdSDnXA
Fahrzeit: Tagesticket - U-Bahn nach Shibuya - eine Station
Route 5 Abendessen 
Miyashita Park → Asakusa https://maps.app.goo.gl/LGapGRDALKUdSDnXA
Fahrzeit: Tagesticket - U-Bahn GinzaLine nach Asakusa
  1. ca. 19:00 Uhr –
  2. ca. 20:10 Uhr – 11:00 Uhr gemeinsames Abendessen Running Sushi im Restaurant in Asakusa 23:30 Uhr Ankunft im Hotel.

Route 6 zurück ins Hotel
Fahrzeit: Tagesticket - U-Bahn G-Ginza-Line nach Shibuya, Umsteigen in M-Line nach Ikebukuro ins Hotel
  1. Reflexion

Auch der Mittwoch hatte es in sich. Für diesen Tag stand eine ziemlich dichte Route durch Tokio auf dem Programm – mit Architektur aus ganz unterschiedlichen Jahrzehnten und einigen Gebäuden, die wir bereits aus Studium, Lehre und Architekturgeschichte kannten.

Nach dem Frühstück starteten wir früh. Eine der ersten Stationen war das Overlap House von Akihisa Hirata. Von dort ging es weiter in Richtung unseres nächsten Ziels.

Unterwegs ergab sich allerdings einer jener schönen Zufälle, die sich nicht planen lassen. Eigentlich waren wir nur auf der Suche nach einem Kaffee. Dabei landeten wir auf dem Campus der Ochanomizu University und entdeckten dort das Seattle Espress Cafe. Aus der kurzen Kaffeepause wurde unverhofft ein kleiner Architekturfund: Das Café befindet sich im Hisao & Hiroko Taki Plaza, einem von Kengo Kuma entworfenen Gebäude. Ein kleiner Ausstellungsbereich vor Ort informierte zusätzlich über die Architektur und Entstehung des Baus. So wurde aus der Suche nach einem Frühstückskaffee ganz ungeplant ein weiterer Programmpunkt unserer Exkursion.

Anschließend ging es weiter zum Sky House von Kiyonori Kikutake. Das 1958 errichtete Wohnhaus ist ein bedeutendes Beispiel der japanischen Nachkriegsmoderne und gilt als wichtiger Vorläufer des Metabolismus. Mit der St. Mary’s Cathedral von Kenzo Tange folgte kurz darauf ein weiteres Schlüsselwerk dieser Zeit. Die expressive, skulpturale Dachlandschaft unterscheidet sich grundlegend von den vielen kleineren Wohn- und Geschäftsbauten, die das Stadtbild Tokios prägen.

Danach wechselten Maßstab und Atmosphäre. Rund um Harajuku, Omotesando und Aoyama lässt sich Architektur beinahe wie in einem dicht gepackten Freilichtmuseum erleben.

Weiter ging es durch Harajuku und über die quirlige Takeshita Street, bekannt für ihre bunte Jugendmode, kleinen Shops und zahlreichen Streetfood-Angebote, zum Tokyu Plaza Omotesando Harajuku von Hiroshi Nakamura & NAP Architects – mit seinem markanten, kaleidoskopartigen Spiegeleingang und der Dachterrasse.

Von dort führte unser Weg weiter durch Omotesando und Aoyama. Auf vergleichsweise engem Raum begegneten uns erstaunlich viele Gebäude international bekannter Architekturbüros: GYRE von MVRDVTod’s Omotesando von Toyo ItoDior Omotesando von SANAAOmotesando Hills von Tadao Ando und ONE Omotesando von Kengo Kuma.

Dazwischen lagen kleinere Galerien, Shops und immer wieder weitere bemerkenswerte Gebäude. Gerade hier wird deutlich, wie eng in Tokio Architektur, Mode, Design und öffentlicher Stadtraum miteinander verwoben sind. Die Architektur ist dabei nicht isoliertes Besichtigungsobjekt, sondern ganz selbstverständlich Teil des alltäglichen Stadtlebens.

Bei so viel Architektur durfte eine Pause natürlich nicht fehlen. Zum Mittagessen gab es Takoyaki, die typischen kleinen Teigbällchen mit Oktopus, bevor es anschließend weiter durch Aoyama ging.

Und die Dichte bemerkenswerter Architektur ließ kaum nach: Collezione von Tadao AndoThe Jewels of Aoyama von Jun MitsuiComme des Garçons von Future Systems, der Prada Aoyama Epicenter von Herzog & de Meuron sowie weitere Flagship-Stores und Galerien lagen auf unserem Weg. Auch das Espace Louis Vuitton Tokyo, der Boss Store im Omotesando Keyaki Building und Issey Miyake gehörten zu den Gebäuden und Stationen entlang unserer Route.

Das Spiral Building von Fumihiko Maki hatte ich ebenfalls in meinem damaligen Ablauf notiert. Ob wir tatsächlich hineingegangen sind oder es an diesem ohnehin schon sehr vollen Tag nur als mögliche Station vorgesehen war, lässt sich heute nicht mehr ganz sicher rekonstruieren.

Einen besonderen Kontrast zu den kommerziell geprägten Straßen von Omotesando und Aoyama bildete das Nezu Museum von Kengo Kuma. Schon der lange, ruhige Zugang schafft einen starken Gegenpol zum Trubel der Stadt. Mit seinen Ausstellungsräumen und dem weitläufigen japanischen Garten entstand hier eine vollkommen andere Atmosphäre – ruhig, zurückgenommen und eng mit der Landschaft verbunden.

Später ging es mit der U-Bahn weiter nach Shibuya zum Miyashita Park. Auch hier zeigte sich eine für Tokio charakteristische Antwort auf den knappen städtischen Raum: Unterschiedliche Nutzungen werden nicht nur nebeneinander, sondern übereinander organisiert. Handel, Wege, Freizeitangebote und Grünflächen bilden ein Stück Stadt auf mehreren Ebenen.

Damit war unser Tag allerdings noch immer nicht beendet. Mit der Ginza Line ging es weiter Richtung Asakusa. Nach all den Kilometern, Gebäuden und Eindrücken ließen wir den Abend schließlich bei einem gemeinsamen Running-Sushi-Essen ausklingen, bevor es zurück ins Hotel ging.

Ein langer und ausgesprochen dichter Tag – und einer, an dem sich besonders gut erleben ließ, wie unmittelbar in Tokio ganz unterschiedliche Generationen japanischer und internationaler Architektur aufeinandertreffen: von Kikutake und Tange über Maki, Ando und Ito bis zu Kuma und SANAA, dazwischen Herzog & de Meuron, MVRDV und viele weitere.

Und manchmal genügte sogar die Suche nach einem Kaffee, um ganz unverhofft noch einen Kengo Kuma zu entdecken.

Der 10. Mai war nicht einfach ein langer Stadtspaziergang. Wir haben an einem einzigen Tag eine erstaunliche Dichte bedeutender Architektur gesehen: Tange, Kikutake, Hirata, Kuma, Nakamura, MVRDV, Toyo Ito, SANAA, Ando, Herzog & de Meuron, Jun Mitsui, Jun Aoki, Norihiko Dan usw.