Istanbul ist ein Paradies für alle, die gerne stöbern, feilschen und das Besondere suchen. In den belebten Basaren und bunten Märkten der Stadt findet man alles – von traditionellem Kunsthandwerk bis hin zu scheinbar luxuriösen Designerstücken. Besonders bekannt ist Istanbul für seine hochwertigen Imitationen internationaler Luxusmarken, die sowohl Touristen als auch Einheimische faszinieren.

Der größte Basar Istanbuls ist Kapalı Çarşı (osmanisch „überdachter Markt“ oder im Deutschen „großer Markt“)
Der Große Basar in Istanbul, einer der ältesten und größten überdachten Märkte der Welt, entstand im 15. Jahrhundert unter Sultan Mehmet dem Eroberer nach der Einnahme Konstantinopels. Er erstreckt sich über 31.000 Quadratmeter und umfasst etwa 4.000 Geschäfte. Das Zentrum bildet der Eski Bedesten („alte Tuchhalle“), ursprünglich als Schatzkammer geplant. Unter seinen Kuppeln befinden sich bis heute die Läden der Gold- und Silberhändler. In früheren Zeiten diente er auch als Tresor für reiche Bürger und übernahm teilweise Bankfunktionen. Später ließ Sultan Süleyman der Prächtige den Yeni Bedesten („neue Tuchhalle“) errichten.
Ursprünglich war der Basar komplett aus Holz gebaut, wurde jedoch nach mehreren Bränden unter Sultan Mustafa III. teilweise in Stein neu errichtet. Wie bei traditionellen Basaren üblich, sind die Läden nach Branchen geordnet – erkennbar an Straßennamen wie der Halıcı Sokağı (Teppichhändlerstraße) oder der Sahaflar Caddesi (Antiquitätenstraße). Nach Geschäftsschluss werden nicht nur die Läden, sondern auch die zahlreichen Tore zu den überdachten Gassen verschlossen.

Andere Basare in Istanbul:
Gewürzbasar – Eminönü Einer der ältesten überdachten Märkte Istanbuls liegt direkt hinter der beeindruckenden Yeni-Moschee in Eminönü. Der Gewürzbasar ist bekannt für seine farbenfrohen Stände mit duftenden Gewürzen, aromatischen Kräutertees sowie edlem Gold- und Silberschmuck. Ein Fest für die Sinne – besonders für Nasen und Augen!

Historischer Kupferschmiedebasar – Beyazıt Unweit der Universität Istanbul reihen sich in einer charmanten Gasse die Werkstätten traditioneller Kupferschmiede aneinander. Hier lässt sich echtes Handwerk aus nächster Nähe erleben – mit kunstvoll gearbeiteten Kupferwaren, wie man sie nur selten findet.
Buchbasar – Beyazıt Versteckt zwischen der Universität und dem Beyazıt-Platz liegt einer der geheimnisvollsten Orte der Stadt: der Buchbasar. Zwischen alten Brunnen und historischen Mauern finden Besucher ein Paradies für Bücherliebhaber. In den kleinen Läden gibt es neue Werke, alte Klassiker, Raritäten und den ganz eigenen Duft von Papier und Geschichte.
Fischmarkt – Beyoğlu (Taksim) Gleich neben dem bekannten Çiçek Pasajı liegt der lebendige Fischmarkt von Beyoğlu. Hier kann man frisches Obst, Gemüse und Meeresfrüchte kaufen – oder direkt vor Ort lokale Köstlichkeiten wie frische Muscheln probieren. Ein authentisches Stück Istanbul mitten im Herzen von Taksim.

Vom Teppich zum Finanzzentrum: Allein in Istanbul werden rund 31 % des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet, fast die Hälfte der türkischen Exporte kommt aus der Stadt. Seit der Marktliberalisierung in den 1980er Jahren wächst die Wirtschaft stetig, trotz Rückschlägen durch Krisen und das Erdbeben 1999. Hauptbranchen sind Dienstleistungen, Handel, Banken, Medien, Tourismus sowie die Herstellung von Textilien, Lebensmitteln, Lederwaren und Maschinen. Istanbul gehört zu den weltweit am schnellsten wachsenden Städten. 2019 besuchten fast 15 Millionen Touristen die Stadt. Wichtige Finanzzentren sind Levent, Maslak und das im Bau befindliche Finanzzentrum in Ataşehir.
