Istanbul 2025

Exkursion und Workshop

Wolfram Richter /// Brigitta Sommer /// Ayse Dora Erdilek

Zwischen Tradition und Trend – Mode erleben in Istanbul

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Istanbul ist eine Stadt mit einer großen Vielfalt an Kleidung und Modestilen. Durch ihre geografische Lage, ihre Geschichte und die Größe der Bevölkerung bietet sie viele unterschiedliche Ausdrucksformen von Mode. Traditionelle Kleidung, moderne Trends, internationale Marken und lokale Designer prägen das Stadtbild.

Traditionelle Kleidung in Istanbul

Viele Kleidungsstücke, die heute noch in Istanbul getragen werden, stammen aus der osmanischen Zeit. Der Kaftan, ein langes Gewand mit Verzierungen, wurde von Herrschern und Beamten getragen. Der Şalvar, eine weite Hose, war in der breiten Bevölkerung verbreitet – sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Auch das Entari, ein schlichtes Überkleid, sowie Tücher wie der Eşarp haben eine lange Tradition. Heute erscheinen diese Formen oft vereinfacht im Alltag, vor allem in traditionell geprägten Stadtteilen.

Moderne Mode in städtischen Vierteln

In Vierteln wie Nişantaşı, Karaköy oder Moda ist internationale Mode besonders sichtbar. Viele junge Menschen tragen weite Hosen, sportlich inspirierte Outfits, Secondhand-Teile oder nachhaltige Stoffe. Die Looks sind oft kreativ, individuell und zeigen eine Mischung aus westlichem Stil und lokalen Elementen.

Unterschiede zwischen den Stadtteilen

Je nach Stadtteil unterscheidet sich das Modebild deutlich. Nişantaşı steht für elegante Markenmode, Karaköy für kreative und urbane Styles, Moda für bequeme Alltagskleidung. In Fatih oder Üsküdar ist der Kleidungsstil zurückhaltender – viele tragen funktionale, bedeckende Kleidung mit traditionellen Details. Diese Vielfalt zeigt, wie stark Mode mit Alltag, Umfeld und Gewohnheiten verbunden ist.

In Vierteln wie Fatih oder Üsküdar ist der Kleidungsstil zurückhaltender. Viele Menschen tragen dort funktionale, bedeckende Kleidung, häufig mit traditionellen oder religiösen Bezügen. Besonders verbreitet ist hier die sogenannte Modest Fashion. Dieser Stil kombiniert bedeckende Kleidung mit modernen Farben, Stoffen und Schnitten. Lange Mäntel, weite Hosen, stilvoll gebundene Kopftücher oder moderne Abayas sind Beispiele für diese Form von Mode. Modest Fashion orientiert sich an kulturellen oder religiösen Überzeugungen, achtet aber zugleich auf aktuelle Trends und Ästhetik. Sie ist heute ein fester Bestandteil der Modeszene in Istanbul und wird sowohl in spezialisierten Geschäften als auch in allgemeinen Kollektionen großer Marken angeboten.

Was ist aktuell angesagt?

In vielen Stadtteilen sind weite Schnitte, neutrale Farben und Lagenlooks beliebt. Dezente Taschen, natürliche Materialien und nachhaltige Modeangebote gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig bleibt Platz für Individualität, sei es durch Vintage-Stücke, handgemachte Accessoires oder kreative Kombinationen.

Lernen und Studieren in der Modebranche

Istanbul bietet viele Möglichkeiten, im Modebereich aktiv zu werden. Neben Universitäten wie der Mimar Sinan oder der Technischen Universität bieten auch private Akademien wie die Istanbul Moda Akademisi praxisnahe Programme. In Stadtteilen wie Merter und Zeytinburnu gibt es zudem viele Werkstätten und Textilbetriebe, die praktische Ausbildungen ermöglichen – etwa in Schneiderei oder Schnitttechnik.

Einkaufen in Istanbul

Für Modeinteressierte gibt es viele Anlaufstellen:

Nişantaşı bietet gehobene Marken, die İstiklal Caddesi kombiniert Ketten mit kleineren Läden. Karaköy überzeugt mit kreativen Shops, Moda mit Secondhand-Angeboten. Im Grand Bazaar findet man traditionelle Kleidung und Stoffe, in Fatih islamische Mode für den Alltag. Moderne Einkaufszentren wie das Zorlu Center führen internationale Labels. Merter und Zeytinburnu gelten als Adressen für günstige Mode und Textilgroßhandel.