Istanbul 2025

Exkursion und Workshop

Wolfram Richter /// Brigitta Sommer /// Ayse Dora Erdilek

Der Topkapi-Palast

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Er gilt als eines der interessantesten und schönsten Beispiele der osmanischen Architektur, der auch heute noch Faszination unter seinen Besuchern auslöst: Der Topkapi- Palast.

Jenseits seiner hohen Mauern erstreckt sich auf 350 ha ein Labyrinth aus Innenhöfen, Gärten und Gebäuden mit kunstvollen Dächern im Osmanischen Architekturstil mit Einflüssen aus Barock und Rokoko. Somit zählt er zu einem der größten königlichen Residenzen weltweit.

Was ist der Topkapi Palast?

Fast 400 Jahre lang (1465 – 1856) diente der Topkapi-Palast als Residenz der osmanischen Sultane und ihrer Familien und galt später auch als Regierungs- und Verwaltungszentrum.

Heutzutage befindet sich darin ein Museum, welches Sammlungen an Schmuck, Porzellan, Gewändern, Waffen, u.a. beherbergt.

Wer hat den Topkapi Palast erbaut?

6 Jahre nach der Eroberung Konstantinopels (1453) befahl Sultan Mehmed der Eroberer den Bau des Palastes. Den ersten Teil schuf Alaüddin Davud Aga um 1465. Nachfolgende Herrscher haben im Laufe der Jahrhunderte die Anlage erweitern lassen – unter anderem von dem berühmtesten osmanischen Baumeister Mimar Sinan.

Was ist der Harem?

Der Harem war der Privatbereich der Sultansfamilie und ist heute ein beliebter Erkundungsort. Er vereint in sich verschiedene Baustile im Zeitraum des 16. bis zum 19. Jhd.

„Harem“ leitet sich von „haram“ ab, was übersetzt so viel wie „verboten, verborgen“ oder „heilig“ bedeutet.

Zu seinem Höhepunkt im 18. Jhd. verfügte er über mehr als 300 Zimmer, 9 Badehäuser, 2 Moscheen, 1 Küche, 1 Schule, ein Krankenhaus, eine Wäscherei sowie mehrere Schlafsäle.

Besonders sehenswert sind heute:

  • die reich verzierte Geheimkammer von Sultan Murad III
  • die Gemächer der Königinmutter
  • der Thronsaal (siehe Bild)
  • die Brunnenhalle

Das Innere des Palastes

1. Hof

Er war der einzige Bereich des Palastes, der während der osmanischen Zeit öffentlich zugänglich war im Rahmen von Zeremonien und Prozessionen.

Neben wunderschönen Palastgärten befindet sich auch die Hagia Irene im 1. Hof, eine byzantinische Kirche aus dem 4. Jhd. Sie ist die erste christlich- orthodoxe Kirche der Stadt, die bereits 200 Jahre vor der Hagia Sophia errichtet wurde. Während der osmanischen Zeit fand sie Verwendung als Lagerhaus. Wegen der besonderen Akustik finden hier manchmal auch klassische Konzerte statt.

2. Hof

Nach dem Tor der Begrüßung ist man im Herzen des Palastes angekommen, in welchem sich folgende Bauten befinden:

  • Harem
  • Kammer des kaiserlichen Rats: 3-stöckiges Gebäude am Hofrand, Rat traf sich hier 4x pro Woche
  • Turm der Gerechtigkeit: mit dem Harem verbunden –> Sultane konnten unbemerkt den Ratssitzungen lauschen
  • kaiserliche Schatzkammer
  • Palastküchen

3. Hof

Dieser Hof kann durch das Tor der Glückseligkeit betreten werden. In ihm befinden sich:

  • Audienzsaal: Pavillon aus dem 16. Jhd –> Sultan empfing hier seine Wesire
  • Bibliothek von Sultan Ahmed III
  • Schlafsaal des Expeditionskorps
  • Aufbewahrungsräume für die heiligen Reliquien (z.B. Barthaare, Zahn und Fußabdruck des Propheten Mohammeds)
  • Geheimkammer
  • Weltkarte des Piri Reis: vom osmanischen Admiral Piri Reis gezeichnet
  • Kaiserliche Schatzkammer

4. Hof

Dieser Hof gilt als der schönste Ort des Palastes mit eindrucksvollen Pavillons, Terassen und Gärten:

  • Bagdad-Pavillon
  • Eriwan-Pavillon
  • Mecidiye-Pavillon
  • Kammer des Chefarztes